Obwohl die Facettengelenksarthrose eine sehr häufige Ursache für Rückenschmerzen ist, können viele Menschen mit diesem Begriff nichts anfangen.
Vielleicht hast du selbst eine Facettengelenksarthrose oder kennst jemanden mit dieser Diagnose. Dann ist dieser Artikel genau richtig für dich. Ich erkläre dir leicht verständlich, was man darüber wissen sollte. Ohne Fach-Chinesisch. Und nur das Wesentliche – damit du weißt, worauf es ankommt.
Und ich möchte mit diesem Artikel Mut machen – denn niemand muss sich damit abfinden, von nun an ein Leben mit Schmerzen zu führen und dabei immer unbeweglicher zu werden! Manchmal muss man einige Maßnahmen oder Therapien durchprobieren (Bewegung funktioniert immer) oder kombinieren, und es kann unter Umständen auch einige Zeit dauern, bis eine Schmerzlinderung bzw. eine konstante Verbesserung spürbar ist. Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall, und er wird meistens durch eine verbesserte Lebensqualität belohnt.
Ja, es sind unterschiedliche Begriffe für das gleiche Krankheitsbild. In diesem Text werde ich alle 3 Bezeichnungen verwenden. Der Begriff Arthrose ist dir sicherlich schon des Öfteren begegnet; die Facettengelenke kennt man meistens erst, wenn man Probleme damit hat…
Es sind paarige, kleine Gelenke an der Rückseite der Wirbelbögen. Jeder Wirbel (außer dem Ersten und dem Letzten) ist über insgesamt vier Facettengelenke mit den darüber- und darunterliegenden Wirbeln verbunden. Das ermöglicht – gemeinsam mit den Bandscheiben – die Beweglichkeit des Rückens. Ohne die Facettengelenke könnten wir uns z.B. nicht bücken, zur Seite neigen, oder drehen.
Die Facettengelenke werden übrigens auch Wirbelgelenke oder Zwischenwirbelgelenke genannt – lass dich dadurch nicht verunsichern.

Damit die Facettengelenke bei Bewegung nicht aneinander reiben, sind sie mit einer schützenden, glatten Knorpelschicht überzogen. Er speichert außerdem Wasser und hat dadurch eine stoßdämpfende Funktion. Mit dem Flüssigkeitsgehalt wächst auch seine Belastbarkeit.
Er wird bei Erwachsenen nicht durchblutet, sondern über die Gelenkflüssigkeit gesondert ernährt: Frische Nährstoffe gelangen hinein und Abfallstoffe werden abtransportiert. Damit dieses System gut funktioniert, braucht es wechselweise Druck und Entlastung – das entsteht z.B. ganz einfach schon beim Gehen.
Wenn sich der Knorpel abbaut, spricht man von Gelenkverschleiß (medizinisch Arthrose). Die Stoßdämpferfunktion ist eingeschränkt und beim Bewegen entsteht Reibung im Gelenk.
Bei einem Facettensyndrom baut sich der Knorpel an den Gelenkflächen ab und es kommt zum Verschleiß der Facettengelenke. Durch die Abnutzung kommt es immer wieder zu Entzündungsreaktionen.
Wenn mehr als ein einzelnes Segment betroffen ist, spricht man von einer „multisegmentalen Facettengelenksarthrose“.
Am häufigsten tritt ein Facettensyndrom im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auf, da dort die Belastung am stärksten ist. Deutlich weniger betroffen ist die Halswirbelsäule (HWS), ein Facettensyndrom der Brustwirbelsäule (BWS) ist eher selten.
Arthrose gehört übrigens zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland.
Die Wirbelgelenke unterliegen einem natürlichen, altersbedingten Verschleiß, der durchaus schmerzfrei verlaufen kann. Schmerzen entstehen oft durch eine übermäßige Belastung.
Meistens tragen mehrere Faktoren zum Entstehen einer Facettengelenksarthrose bei.

Im Rahmen einer Anamnese prüft der Therapeut die Mobilität und Sensibilität der Wirbelsäule und prüft, wann die Schmerzen im Rücken auftreten. Zusätzlich erfolgt ein bildgebendes Verfahren, z.B. Röntgen, CT oder MRT. Anhand dessen sind knöcherne Veränderungen an den Wirbelgelenken oder andere Wirbelsäulenschäden wie Bandscheibenvorfälle oder eine Spinalkanalstenose erkennbar.
Wichtig ist erst einmal zu wissen, dass du dich mit den Schmerzen und der Bewegungseinschränkung nicht abfinden musst! Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten und eine gezielte Schmerztherapie, dieses Krankheitsbild positiv zu beeinflussen und zumindest eine relevante Linderung zu erzielen.
Damit werden alle nicht-operativen Behandlungen und Maßnahmen bezeichnet – es wird kein Eingriff in den Körper vorgenommen.
Der Patient bekommt geeignete Übungen gezeigt, die er eigenständig zu Hause ausführt. Die Übungen dienen dem Muskelaufbau im Bereich der betroffenen Region – so kann die Muskulatur die Wirbelsäule unterstützen. Weitere Übungen helfen, die Beweglichkeit des Rückens zu erhalten und Muskelverspannungen zu lösen.
Wenn die Muskeln im betroffenen Bereich schmerzhaft verspannt sind, können Wärmeanwendungen die Durchblutung fördern und den Stoffwechsel im Gewebe anregen. Das senkt den Spannungszustand im Muskel und Schmerzen lassen nach. In der Physiotherapie werden z.B. Infrarotstrahlung und Fangopackungen verwendet, um Wärme auch in tiefere Gewebeschichten einzubringen.
Natürlich kannst du Wärme auch selbst anwenden: Nachts mit einer Wärmflasche oder einem Körnerkissen, tagsüber z.B. durch wärmende Öle. Achte darauf, die betroffenen Regionen auch durch entsprechende Bekleidung warm zu halten.
Wärmeanwendungen wirken symptomatisch, beheben also nicht die Ursache deiner Schmerzen.
Auch hier geht es – wie in der Physiotherapie – um Übungen, die der Patient regelmäßig und dauerhaft durchführt. Jedoch nicht allein und eigenständig, sondern im Rahmen eines speziellen Kurses, wie z.B. Rückenyoga, Rückenschule, oder Wirbelsäulengymnastik. Diese Kurse beinhalten:
Rückenyoga trägt außerdem zur Entspannung bei und kann helfen, mit den Schmerzen und der Krankheit besser umzugehen. Die Körperwahrnehmung kann sich verbessern, so dass man sich im Alltag gesünder bewegt.
Mit einer gezielten Ernährung kannst du entzündliche Prozesse positiv beeinflussen und bestehendes Übergewicht reduzieren. Eine Ernährungsumstellung kann eine echte Herausforderung sein, aber sie lohnt sich. Sinnvoll kann auch eine professionelle Ernährungsberatung oder Ernährungstherapie sein, um individuelle Strategien zu entwickeln und langfristig dranzubleiben. Ich empfehle dir eine professionelle Ernährungsberatung oder eine Ernährungstherapie, z.B. bei Anita Vigl.
Ist das Facettensyndrom durch eine Fehlbelastung der Wirbelsäule entstanden, wie z.B. ein Hohlkreuz, Skoliose oder eine Schonhaltung, kann die Osteopathie auf sanfte Art Schmerzen lindern. Der Osteopath spürt mit seinen Händen diese Fehlbelastungen auf und gleicht die entstandenen Ungleichgewichte wieder aus. Dadurch werden die betroffenen Gelenke entlastet und Muskeln und Faszien entspannt. Osteopathische Behandlungen unterstützen die Selbstheilungsprozesse des Körpers.
Die Akupunktur stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sehr feine, sterilisierte Nadeln werden an bestimmten Stellen in die Haut eingestochen. Davon spürt man wenig; gelegentlich kann es zu einem kleinen Einstichschmerz kommen. Die Nadeln verbleiben für ca. 20 Minuten in der Haut. Akupunktur kann den Schmerz über einen längeren Zeitraum deutlich lindern und Entzündungen reduzieren.
Bei einem Video mit ausgewählten Übungen bei Facettengelenksarthrose mitzumachen, ist oft leichter, als Übungen in Eigenregie auszuführen. Solche Videos sind eine sehr gute Ergänzung zu einem Rückenkurs. Ein intelligentes Bewegungsprogramm können sie jedoch in den meisten Fällen nicht ersetzen.
Du bemerkst schnell, welche Sportarten für dich geeignet sind. Die Bewegungen sollten deine Schmerzen keinesfalls verstärken, sondern sollten schmerzarm durchgeführt werden können. Unterstützende Sportarten sind Radfahren, (Nordic) Walking, Tanzen und Rückenschwimmen. Diese Sportarten sind eine sinnvolle Ergänzung zu Rückenkursen, Rückenyoga und Wirbelsäulengymnastik.
Sie stabilisieren und unterstützen die Lendenwirbelsäule. Orthesen sind verschreibungspflichtig und müssen vom Orthopädietechniker angepasst und regelmäßig überprüft werden. Die Wirkung besteht nur solange die Orthese getragen wird.
Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen wirken nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend. Aufgrund ihrer zahlreichen Nebenwirkungen sind sie nur für den kurzfristigen Einsatz geeignet. Medikamente beeinflussen ein Facettensyndrom nur symptomatisch.
Hier handelt es sich um Medikamente, die den Spannungszustand im Muskel herabsetzen. Dadurch können sie Schmerzen lindern, die durch eine verspannte Muskulatur entstanden sind. Meistens handelt es sich um verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel, die auf das Zentralnervensystem einwirken. Muskelrelaxantien haben keinen Einfluss auf die Ursachen eines Facettensyndroms und sollten – genau wie Schmerzmittel – nur kurzfristig eingesetzt werden.
Bei der minimalinvasiven Chirurgie handelt es sich um operative Eingriffe mit kleinstmöglichen Hautschnitten, um das belastende Ereignis so gering wie möglich zu halten.
Eine Mischung aus Lokalanästhetikum und Kortison wird mehrfach an das betroffene Gelenk gespritzt, um den Schmerz zu reduzieren und den Entzündungsprozess einzudämmen.
Der schmerzleitende Nerv wird mittels Hitze oder Kälte verödet.
Zwischen den Wirbeln wird ein Platzhalter eingesetzt, um den Facettengelenken Last abzunehmen.
Die betroffenen Facettengelenke werden entfernt, und die beiden Wirbelkörper werden durch eine Stab-Schrauben-Kombination verbunden.
Hättest du gedacht, dass es so viele Möglichkeiten gibt, eine Facettengelenksarthrose positiv zu beeinflussen? Die oben genannten Maßnahmen haben sich in der Praxis bewährt und die Wirkung wurde durch medizinische Studien bestätigt.
Minimalinvasive und operative Maßnahmen sind ein Eingriff in den Körper, der mit verschiedenen Risiken verbunden ist – z.B. kann sich die Wunde durch Bakterien infizieren. Daher sollte man zunächst alle konservativen Möglichkeiten ausschöpfen.
Außerdem gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten – z.B durch die Einnahme von hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln wie Kieselsäure oder Glucosamin. Auch die „transkutane elektrische Nervenstimulation“ (TENS) kann symptomatisch helfen.
Meistens gibt es nicht die EINE Maßnahme, die alle Probleme löst, sondern es ist die Kombination verschiedener Ansätze. Bewegung spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle.
Der abgenutzte Knorpel selbst wächst nicht wieder nach. In diesem Sinne gilt die Arthrose als nicht heilbar.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du dauerhaft Schmerzen haben musst. Mit gezielter Bewegung, stabilisierender Muskulatur und einer klugen Belastungssteuerung llassen sich die Beschwerden häufig deutlich reduzieren – in manchen Fällen sogar weitgehend beschwerdefrei.
Nicht zwangsläufig. Arthrose verläuft individuell sehr unterschiedlich, und viele Veränderungen bleiben über Jahre stabil. Entscheidend ist weniger der Befund im Bild als dein Umgang im Alltag. Regelmäßige, angepasste Bewegung und eine stabile Muskulatur können dazu beitragen, Beschwerden langfristig gut zu kontrollieren.
Pauschale Verbote sind bei einer Facettengelenksarthrose selten sinnvoll. Alles, was während oder nach der Bewegung zu einer spürbaren Schmerzverstärkung führt, solltest du reduzieren oder anpassen. Bewegungen, bei denen du den Oberkörper stark nach hinten neigst, oder längeres statisches Stehen können die Beschwerden verstärken. Entscheidend ist jedoch, wie dein Rücken individuell reagiert. Ziel ist keine Schonung, sondern eine kluge Dosierung der Belastung.
In den meisten Fällen ist eine Operation nicht erforderlich. Zunächst stehen konservative Maßnahmen wie Bewegungstherapie und Schmerzbehandlung im Vordergrund. Eine Operation kommt erst in Betracht, wenn trotz konsequenter Behandlung über längere Zeit starke Beschwerden bestehen bleiben und andere Maßnahmen keine ausreichende Wirkung zeigen
Eine kräftige Rumpfmuskulatur stabilisiert und stützt die Wirbelsäule. Sie sorgt für eine aufrechte Haltung und entlastet dadurch die Facettengelenke.
Mobilisationsübungen verbessern die Ernährung des Knorpels – es wird wechselweise Zug und Druck ausgeübt.
Dehnen reduziert die Muskelspannung und verbessert das Spannungsverhältnis in den Gelenken.
Viele Menschen mit einer Facettengelenksarthrose wünschen sich eine kurze, überschaubare Sequenz, die sich zuverlässig in den Alltag integrieren lässt – ohne die Wirbelsäule zusätzlich zu belasten. Genau dafür ist dieses Übungsvideo konzipiert.
Die Sequenz dauert rund 18 Minuten und eignet sich auch für Tage mit wenig Zeit. Der Fokus liegt auf kontrollierten, gleichmäßigen Bewegungen, die die gesamte Wirbelsäule funktionell unterstützen.
Die Übungen sind bewusst einfach gehalten. Yogakenntnisse sind nicht erforderlich und du musst nicht besonders beweglich sein. Eine Gymnastik- oder Yogamatte reicht vollkommen aus.
Wichtiger als Intensität oder Perfektion ist die Regelmäßigkeit. Wenn du die Sequenz mehrmals pro Woche übst, kann sich nach einiger Zeit eine spürbare Veränderung im Umgang mit den Beschwerden zeigen – etwa mehr Beweglichkeit, weniger Spannung oder ein besseres Körpergefühl.
Die Sequenz zielt darauf ab, die Wirbelsäule insgesamt zu stabilisieren, sanft zu bewegen und Spannungen in der umgebenden Muskulatur zu reduzieren. Dabei werden Bewegungen über mehrere Abschnitte der Wirbelsäule hinweg verbunden, statt einzelne Bereiche isoliert zu behandeln.
Du kannst dir das Übungsvideo bei Facettengelenksarthrose als Download sichern. Mit der Anmeldung erhältst du zusätzlich meinen Newsletter. Dort teile ich 2 – 3x im Monat fachlich fundierte Impulse zur Rückengesundheit und einem entspannten Nervensystem. Du kannst dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.

Bitte beachte: Ein Facettensyndrom verläuft individuell verschieden. Dadurch kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass eine Übung für dich nicht geeignet ist. Sollte dir eine Übung Schmerzen bereiten, breche diese Übung ab. Lasse dich davon nicht beunruhigen: Grundsätzlich bist du mit diesen Übungen auf einem guten Weg – und es ist durchaus möglich, dass du beim nächsten Mal die Übung problemlos ausführen kannst.
Gerade bei einer Facettengelenksarthrose in der Lendenwirbelsäule spielen kleine Alltagsgewohnheiten eine große Rolle. Wenn du dir mehr Orientierung wünschst, findest du in meinem Beitrag Schmerzen im unteren Rücken – meine 10 besten Tipps für den Alltag konkrete Hinweise für den Umgang mit Beschwerden.
Der Gelenkknorpel braucht wechselweise Druck und Entlastung, damit Nährstoffe hineinkommen und Schlacken entsorgt werden können. Dafür ist Bewegung notwendig. Außerdem ist es wichtig, wie du dich bewegst. Fußballspielen oder lieber doch Walking? Gleichmäßige und kontrollierte Bewegungen sind bei einer Facettengelenksarthrose meistens sinnvoller.
Der Bewegungsmarkt ist groß, und nicht jedes Angebot passt zu jeder Situation. Achte auf die Qualifikation des Anbieters und auf ein durchdachtes Konzept. Entscheide dich für ein Programm und gib ihm Zeit. Erste Veränderungen zeigen sich häufig nach vier bis sechs Wochen. Konstanz ist wichtiger als ständiger Wechsel.
Eine Facettengelenksarthrose entwickelt sich über Jahre. Entsprechend braucht auch die Verbesserung Zeit. Die Übungen ersetzen keine strukturellen Veränderungen, können aber die Beschwerden spürbar reduzieren und die Beweglichkeit verbessern – vorausgesetzt, du bleibst regelmäßig dran.

In den letzten 20 Jahren habe ich hunderten Menschen geholfen, ihre Rückenprobleme zu lösen und einen besseren Umgang mit Stress zu entwickeln. Dadurch fühlen sie sich in ihrem Körper wieder wohler und gewinnen spürbar an Lebensqualität.
In vielen Fällen sind innerhalb von drei Monaten deutliche Veränderungen möglich.
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